Berichte-2020

Gemeindereise: 18.Mai – 22.Mai 2020

Rund um den Vansee;
auf den Spuren der Urkirche und der Antike

5 tägige Kultur-und Studienreise

Die unglaubliche Vielfalt menschlicher Lebensgestaltung erfährt man selten so konzentriert wie im Osten der Türkei. Eine unglaubliche Kulturvielfalt, dazu großartige und höchst eindrucksvolle Landschaftspanoramen: der gigantische Berg Süphan, der als „Meer des Ostens“ benannte Van-See, von hohen Gebirgsketten umgeben, die Gebirgstäler, die steppenartige Hochebene, Spuren der Urartäer und vieles mehr… 

1. Tag          Flug nach Van und Achtamar-Insel im Vansee

Bustransfer zum Flughafen von Antalya und Flug nach Van, in der Osttürkei. Fahrt nach Gevas, zur ehemaligen armenischen Residenzstadt Vostan: Rundgang über einen seldschukischen Friedhof mit dem Grabmal (Türbe) der Prinzessin Halim Hatun (1358). Anschließend eine angenehme Schiffsreise zur Achtamar-Insel imVan-See (der Van-See ist der größte See der Türkei und flächenmäßig etwa siebenmal größer als der deutsche Bodensee). Auf dieser Insel ist eine der bedeutendsten armenischen Kreuzkuppelkirchen als ehemalige Klosterkirche zum Heiligen Kreuz um 910-921 zu bewundern. Die Außenwände der Kirche sind mit drei Flachreliefbändern geschmückt, die Geschichten aus der Bibel darstellen und unübertroffen in der armenischen Kunst sind. Im Innern der Klosterkirche finden sich bedeutende Reste von Wandmalereien aus der Erbauungszeit. Nach der ausgiebigen Betrachtung freie Zeit auf der Insel. Im Anschluss erfolgt die Rückfahrt mit dem Schiff nach Gevas und Busfahrt nach Tatvan. Hotelbezug für zwei Nächte.

2. Tag          Bitlis & Kraterseen auf dem Berg Nemrut

Nach dem Frühstück Fahrt nach Bitlis. Diese wenig bekannte Stadt befindet sich inmitten einer grünen Oase. Für die Bauten der Stadt wurde der regionale dunkle Basaltstein verwendet. Baudenkmäler sind die Serefhan Medresse und die Ulu Moschee aus dem 12. Jahrhundert, die seldschukische Gökmeydani Moschee und die osmanische Serefiye Moschee. Nach den Besichtigungen in Bitlis Rückfahrt nach Tatvan. Und weiter mit Kleinbussen zum Nemrut Dag, dem 3.050 m hohem, letztmals 1881 aktivem Vulkan am Vansee mit riesigem Kraterkessel. Der Nemrut-Krater ist eine Caldera, ein in sich zusammengestürzter Vulkankegel. Der größte der fünf Seen gehört zu den größten Kraterseen der Welt. Fotopause und ein angenehmer Spaziergang im Krater. Danach Rückfahrt nach Tatvan und Zeit zur freien Verfügung.


3. Tag          Ahlat und Wasserfälle von Muradiye
Abfahrt mit Gepäck in Richtung Ahlat; einstmals bedeutende Kultur- und Kunstzentrum. Im 12. Jh. war Ahlat Hauptstadt der turkmenischen Akkoyunlar-Dynastie, die im Talbecken von Van regierten. Zahlreiche Grabstätten, vor allem die Kümbets Bayindir, Hasan Pascha und Çifte, belegen eindrucksvoll den hohen Stand der seldschukischen Grabarchitektur. Grabsteine mit Inschriften aus dem 12. Jh. stehen auf dem Friedhof. Das neue Museum für türkische Kunst beinhaltet Sammlungen von Keramiken, Münzen und Schmuck. Fahrt am nordwestlichen Ufer des Vansee’s entlang in Richtung Adilcevaz. Auch heute sind die Ausblicke fantastisch, vor allem auf den Süphan Berg; dem 3-höchsten Berg der Türkei (4.058 Meter). Nach einer Pause am Nordufer vom Vansee, Weiterfahrt bis zum östlichen Ende des Sees; nach Ercis. Diese Universitätsstadt ist heute sowie in der Antike ein quirliger Handelsplatz. Nach kurzem Aufenthalt Weiterfahrt zu den Wasserfällen von Muradiye. Fotopause an den auch als Bend-i Mahi Wasserfälle genannten Ort und danach Weiterfahrt nach Van. Hotelbezug für zwei Nächte.

*In Van besteht die Möglichkeit eines Stadtbummels und zum Besuch des Basars. Zahlreiche Läden, die Kräuter, Gewürze, Honig und andere Köstlichkeiten anbieten, laden zu Stöbern ein. Lassen wir uns überraschen von der Vielfalt der Läden.

4. Tag          Cavustepe - Hosap und Tuspa
Nach dem Frühstück Fahrt nach Cavustepe. Besichtigung der auf einem mächtigen Burgfelsen gelegenen urartäischen Burg, mit den in Stein gemeißelten Keilschriften.Nach kurzer Weiterfahrt bestaunen wir in Güzelsu die mächtige kurdische Burganlage Hosap aus dem 17. Jh., die auch eine seldschukische Festung (14. Jh.) miteinschließt. Im Anschluss Rückfahrt nach Van und Besuch der berühmten Königsstadt der Urartäer „Tuspa“. Unterhalb der Festung liegen die Ruinen von Alt-Van, das Anfang des 20. Jhs. zerstört wurde: osmanische Türben, Moscheen, Badehäuser, Stadtmauer und Tore.

5. Tag          Museumsbesuch & Rückflug nach Antalya
Abfahrt mit Gepäck und Besuch des archäologischen Museums mit den wunderschönen Funden aus der Zeit der Urartäer. Nach ausführlicher Besichtigung des Museums nehmen wir Abschied von der Osttürkei. Transfer zum Flughafen von Van und Rückflug nach Antalya. Transfer nach Antalya bzw. nach Alanya.


Preise (bei mindestens 25 Teilnehmern):

249,- € pro Person im Doppelzimmer

89,- € Einzelzimmerzuschlag

INKLUSIVE LEISTUNGEN:

†  alle Transfers, Rundreisen und Ausflüge in modernen Reisebussen mit Klimaanlage und entsprechender Ausstattung
†  4x Übernachtung in Doppel- bzw. Einzelzimmern mit Bad/Dusche, WC in den ausgewählten Hotels der 4-Sterne-Landeskategorie lt. Programm
†  4x Frühstück in den gebuchten Hotels
†  4x Abendessen in den gebuchten Hotels
†  speziell für Studienreisen qualifizierter, sachkundiger, deutschsprachiger örtlicher Guide
†  alle anfallenden Zusatzkosten für Parkgebühren, Maut etc. lt. Programm
†  Bootsfahren zur Insel Achtamar (hin- und zurück)
†  Einsatz der Kleinbusse beim Berg Nemrut
†  Transfers ab/bis Alanya
†  Trinkgeldpauschale für die gebuchten Hotels

Vorgesehene Hotels:
Tatvan: The Crater Hotel 4*                       www.thecraterhotel.com.tr

Van: Rönesans Life Hotel4*                       www.ronesanslifehotel.com

** Kosten für Tickets (stand 25.01.20)

v  Kloster auf der Insel Achtamar – 18 ₺

v  Muradiye Wasserfälle – 5 ₺

v  Van Kalesi(Festung Tuşpa)– 10 ₺

v  Archäologisches Museum – 10 ₺

PS: Diejenigen, die eine Museumskarte besitzen haben freien Eintritt zu Sehenswürdigkeiten und Museen, die vom Ministerium betrieben werden. Bei einigen Sehenswürdigkeiten ist die Museumskarte nicht gültig!


PROGRAMM BIS JULI 2020

Mittwoch, 22.01.              Perge

Mittwoch,  5.02.               Frühstück

Mittwoch, 19.02.              Side

Mittwoch, 4.03.                Frühstück

Mittwoch, 18.03.              Çakırlar

Mittwoch,  1.04.               Frühstück

10. – 13.04.                      Ostern

Mittwoch. 22.04.              Sagalassos

Mittwoch,  6.05.               Frühstück

Mitte Mai (genaues Datum 

wird noch mitgeteilt)             Gemeindereise nach Van

Mittwoch,  3.06.               Frühstück

16. / 17.06.                       Denizli

Freitag, 26.06.                 Lavendelfelder

Mittwoch, 1.07.                Frühstück

Mittwoch, 15.07.                   Selge

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Fünfzehn Jahre St. Nikolaus, Antalya

Die St. Nikolaus Kirche Antalya lud am Gedenktag des Heiligen Bischofs Nikolaus von Myra am 06.12.2019 zu einem Empfang um 14.00 Uhr ein, um das fünfzehnjährige Bestehen gebührend zu feiern. Zahlreiche Gäste waren der Einladung gefolgt.



Pfarrer Ludger Paskert begrüßte alle Anwesenden, beschrieb im Anschluss den Beginn und das Entstehen der St. Nikolaus Kirche Antalya und dankte allen maßgeblichen Initiatoren für das unermüdliche Festhalten an einer Idee. Hier hob er ganz besonders den damaligen deutschen Konsul Gerwinat und Prälat Reiner Korten, sowie den inzwischen verstorbenen Architekten Klaus Besirsky, dessen Lebensgefährtin, Frau Nesrin, die ebenfalls anwesend war, für ihren Einsatz hervor.

Pfarrer Frieder Lenger verlas im Anschluss ein Grußwort von Konsul Gerwinat, der zwei wunderschöne Blumensträuße für beide Gemeindeteile geschickt hatte. Während der Veranstaltung erhielt die Gemeinde ein großes Blumengebinde mit Glückwünschen vom Oberbürgermeister Muhittin Böcek.

Nach einem Gebet und einem geistlichen Lied wurde die Türkischen National-Hymne gespielt.

Es folgten Grußworte vom Bürgermeister von Antalya-Muratpasa, Herrn Ümit Uysal, der die Gemeinde zum 15-jährigen Bestehen ebenfalls mit einem, wie in der Türkei üblich, großen Blumengebinde beglückwünschte. Weitere Redner waren Herr Dr. Altmeier vom Katholischen Auslandssekretariat Bonn, Frau Pfarrerin Pace von der evangelischen Kreuzkirche Istanbul und Herr Abdullah Karaoglu, Vorsitzender des Ausländerbeirates der Stadt Alanya. Zum Schluss ergriff Nuntius Erzbischof Russel das Wort und sagte, eine Gemeinde sei immer das Werk des Heiligen Geistes; denn der Heilige Geist führe Menschen zusammen. Der Teufel hingegen habe nur Spaltung, Vereinzelung und Zerstörung im Sinn.

Unter den zahlreichen Gästen war in Vertretung der Vizekonsul der Bundesrepublik Deutschland, Herr Thomas Rouzanova, Diakon Pim Rijnders von der Niederländischen Gemeinde Alanya sowie Herr Salih Ay, der seit Gründung der Gemeinde die Buchhaltung der St. Nikolaus Kirche führt, und zahlreiche Gemeindeglieder aus Alanya und Antalya zum Empfang gekommen.

In einer bebilderten Präsentation "Fünfzehn Jahre St. Nikolaus, Antalya", hatten Besucher danach die Möglichkeit, das Geschehen, zusammengestellt von Frau Gisela Schlenker, noch einmal Revue passieren zu lassen.

Mit musikalischen Geschichten, mit Frau Barbara Reinprecht-Schellenberg am Klavier und der aufstrebenden Sängerin Yagmur Zencir Sentürk, endete der offizielle Teil des Empfangs.

Ein reichhaltiges Buffet im Garten der St. Nikolaus Kirche bildete den schmackhaften Schlusspunkt eines ganz besonderen Tages.


Am Zweiten Adventssonntag, den 08.12.2019, fand in beiden Gemeindeteilen ein Festgottesdienst zum 15-jährigen Bestehen statt.


Konzelebranten der Eucharistiefeier mit zahlreichen Gläubigen in Antalya waren der Apostolische Nuntius, Erzbischof Paul Russel aus Ankara, der Erzbischof von Izmir, Lorenzo Piretto, Prälat Klaus Wyrrwoll aus Istanbul, Pater Simon von der deutschsprachigen Gemeinde St. Paul in Istanbul und Pfarrer Ludger Paskert. Nuntius Russel sagte in seiner adventlichen Predigt zum Tagesevangelium, es gelte zu beherzigen, wozu Johannes der Täufer aufruft: „Bringt Frucht hervor, die eure Umkehr zeigt!“ Die Frucht der Umkehr aber sei, so der Nuntius, genau das, was Paulus in seinem Galaterbrief als Frucht des Geistes benennt: Liebe und Freude, Friede, Güte und Treue.

Nach dem Festgottesdienst war Zusammensein im Kirchgarten und Gelegenheit zu Gespräch und Austausch bei Kaffee, Tee, Glühwein und Gebäck.

Bedauerlicherweise konnte der Gründungsvater der Gemeinde, Prälat Rainer Korten, aus Genesungsgründen an den Feierlichkeiten nicht teilnehmen. Beim Empfang und beim Gottesdienst aber fanden seine großen Verdienste für die Gründung, den Aufbau und die mehr als elfjährige Leitung der Gemeinde bei allen Lob, Anerkennung und Dank. Und das wird auch so bleiben.

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Die kleine aber feine Gemeinde in Antalya, unter der Leitung von Pfarrer Ludger Paskert in Antalya und seinem evangelischen Kollegen Pfarrer Frieder Lenger in Alanya kann auf eine erfolgreiche 15-jährige Geschichte zurückblicken.
Gegründet vor 15 Jahren, unter der Leitung von Pfarrer Rainer Korten, ist diese Gemeinde die erste vom türkischen Staat anerkannte Neugründung einer christlichen Kirche seit dem Jahr 1924 !
Natürlich gibt es in der gesamten Türkei viele Kirchen der verschiedensten Konfessionen, man würde staunen wie aktiv diese sind, im ganzen Land finden jeden Sonntag Gottesdienste in allen nur denkbaren Sprachen statt, von italienisch, französisch bis hin zu aramäisch, der Sprache Jesu.


Auch unser Pfarrer Paskert bindet bei jedem Gottesdienst verschiedene Sprachen ein, deutsch als Hauptsprache, englisch um den ein oder anderen Gästen etwas zu erklären, ab und zu rutscht ihm was französisches raus und vor heiligen Kommunion wird das „Lamm Gottes“ türkisch gesungen:
"Ey insanların, günahlarını kaldıran Allah'ın kurbanı bize merhamet eyle.
Ey insanların, günahlarını kaldıran Allah'ın kurbanı bize barış ve huzur bağışla, bize barış ve huzur bağışla."


Unsere Gemeinde in Antalya/Alanya hat eine Besonderheit: Sie ist ökumenisch ausgerichtet, das heißt, beide großen Konfessionen, die evangelische und die katholische, arbeiten gleichberechtigt unter dem Dach einer Gemeinde zusammen.
Dass dies gerade in einem muslimischen Land so erfolgreich und reibungslos klappt, macht uns nochmal besonders stolz.


Die Kirchengründung vor 15 Jahren konnte nur stattfinden, weil der damalige Ministerpräsident Erdogan grünes Licht für die offizielle Ankerkennung von Gotteshäusern anderer Religionen außer dem Islam gab.

Zu den offiziellen Feierlichkeiten am 6. Dezember waren der Bürgermeister und andere Amtsträger des öffentlichen Lebens in Antalya unter den Gästen.

Feierlichkeiten und Kirchenfesten steht niemand feindlich gegenüber, der Respekt für eine andere Religion ist groß in der Türkei. Wir Ausländer erleben hier ein offenes Miteinander der verschiedenen Kulturen und Religionen. Das ist ein wichtiger Bestandteil des Wohlfühlaspektes hier, macht unser Leben hier so lebenswert.

Die Gottesdienste bei uns sind immer multikulturell und international besetzt, es sind die verschiedensten Nationen und Hautfarben vertreten, besonders im Sommer kommen Touristen teilweise sogar über 140 km aus Alanya hergefahren um am Gottesdienst teilzunehmen.
Von so einer vollen Kirche an jedem Sonntag träumt sicher der ein oder andere Pfarrer in Deutschland.


Ich wünsche unserem Pfarrer Paskert und unserer Kirche weiterhin viel Erfolg, auf ein stetes Wachsen und Gedeihen der bunten Gemeinde !



Beate Göktekin

Deutscher Freundschafts- und Kulturverein

Alman dostluk ve kültür derneği