Berichte 2016

Feier des 45-jährigen Priesterjubliäums von Pfarrer em. Prälat Rainer Korten am 10. Juli 2016 in St. Nikolaus, Antalya

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Bericht von den Pontusbergen und der Schwarzmeerküste

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Unbekannte Türkei

Eine Reise in die Pontusberge und an die Schwarzmeerküste

Die Gemeindereise der St. Nikolaus Kirche Antalya-Alanya führte in diesem Jahr in den Nordosten der Türkei. Hier lag einige Jahrhunderte der Schwerpunkt der Zivilisation zwischen Mittelmeer und dem Schwarzen Meer, zwischen Ägäis und Armenien. Die Seidenstraße verzweigte sich in viele Richtungen. Daher verlief die Geschichte dieser Region meist sehr komplex und multikulturell, geprägt von der eigenständigen Verschmelzung verschiedener Einflüsse. Die Teilnehmer der Studienreise wollten diese ganz besondere Region kennen lernen und machten sich via Istanbul auf den Weg. 

Dort bot der Veranstalter während des Zwischenaufenthaltes eine Fahrt zur Pierre Loti Aussichtsterrasse gegenüber vom Goldenen Horn an, wo man entspannt in der Sonne beim Tee zusammen saß und sich vom Panorama der Stadt beeindrucken ließ.

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Bericht von den Pontusbergen und der Schwarzmeerküste

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Am Mittag startete die Gruppe vom Atatürk Flughafen in Richtung Kars, um nach der Landung die einstige Hauptstadt des Armenischen Reiches Ani anzuschauen. Was heute noch in Ani zu sehen ist, ist die bedeutenste armenische Hinterlassenschaft in der Türkei und eine ihrer eindruckvollsten Ruinenstätten. Die Fresken in den vorhandenen Kirchen sind teilweise noch in einem gut erhaltenen Zustand und die Steinmetzarbeiten zeugen von hoher handwerklicher Kunstfertigkeit

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Bericht von den Pontusbergen und der Schwarzmeerküste

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Bericht von den Pontusbergen und der Schwarzmeerküste

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Das Land ist weit und grün, Blumen sprießen am Wegesrand, nur ein Grenzfluss trennt die Türkei von Armenien und in der Ferne sieht man schneebedeckte Berge. Alles strahlt Ruhe, Frieden und Erhabenheit aus.

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Bericht von den Pontusbergen und der Schwarzmeerküste

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Am zweiten Tag stand in Kars die Besichtigung der der früher militärisch genutzten armenischen Burg, die oberhalb der Stadt thront und der Apostel-Kirche, ein typisch armenischer Zentralbau mit vier Apsiden, an. Kars, eine bedeutende Stadt im armenisch georgischen Mittelalter, ist auch heute zentraler Mittelpunkt der Region und besonders für seinen schmackhaften Käse bekannt.

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Bericht von den Pontusbergen und der Schwarzmeerküste

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Die Weiterfahrt führte durch die Pontischen Bergketten, die landschaftlich sehr unterschiedlich sind, viele Kilometer baumlos, dann bewaldet wie in Europa, an kleinen Ansiedlungen und durch unberührte Natur vorbei bis nach Ishan, um die Bischofskirche aus dem 7. Jh. zu besichtigen, die gerade aufwändig restauriert worden war und die leider nicht betreten werden durfte.

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Bericht von den Pontusbergen und der Schwarzmeerküste

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Das nächste Ziel war der Wasserfall von Tortum, der mit gewaltigem Getöse in die Tiefe stürzte und ein einruckvolles Bild hinterlassen hat.

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Bericht von den Pontusbergen und der Schwarzmeerküste

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Danach ging die Fahrt weiter zur wunderschönen Klosterkirche von Ösk, deren Größe und die teilweise noch gut erhaltenen Steinmetzarbeiten sehr beeindruckten.

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Bericht von den Ponzusbergen und der Schwarzmeerküste

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 Der dritte Tag der Reise war am Vormittag den Prunkbauten aus seldschukischer Zeit in Erzurum gewidmet. Abweisend und festungsartig erhebt sich die 1179 erbaute Freitagsmoschee, (Ulu Cami) die besonders beeindruckte. Gleich daneben steht die Cifte Menareli Medrese, eine ehemalige islamische Hoch- und Koranschule, deren zwei Minarette der Medrese den Namen gab, die man aber leider nicht besichtigen konnte. Der Besuch der mittelalterlichen Gräbmäler Hatuniye Tümbe und Üc Kümbetler und ein kleines privat geführtes Museum schlossen den Besuch in Erzurum ab.

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Bericht von den Pontusbergen und der Schwarzmeerküste

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Nun ging es weiter Richtung Schwarzes Meer über Gümüshane und den Zigana-Pass zum Nationalpark Sümela. Der Himmel war verhangen, aber das satte Grün, rauschende Bäche, blühende Azaleen und Rhododendron machten das Landschaftbild bunt und freundlich. Nächstes Ziel war das Sümela Kloster, eigentlich ein High Light der Reise, was aber aufgrund von Rissen im Felsen nicht besucht werden konnte. Die Klosteranlage, die wie ein Adlerhorst in 1.300 m Höhe an der Felswand klebt, konnte nur aus der Ferne betrachtet werden.

 

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Bericht von den Pontusbergen und der Schwarzmeerküste

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Der vierte und letzte Tag war angebrochen, Trabzon am Schwarzen Meer stand auf dem Ziel. Der erste Besuch galt der über 100 Jahre alten katholische Marienkirche. Der französische Vater Patrice, der allein und ohne Hilfe die Kirche betreut, berichtete von seinem Alltag. Für viele war das der Höhepunkt der Reise.

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Bericht von den Pontusbergen und der Schwarzmeerküste

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Nun stand die Hagia Sophia auf dem Programm. Die Kreuzkuppel-Kirche des Klosters der göttlichen Weisheit ist, neben den Kirchenbauten Konstantinopels, das erhabenste byzantinisches Gotteshaus in der Türkei. Im Inneren der Anlage, gebaut im 13. Jh., sind buntleuchtende, teilweise noch gut erhaltene Fresken zu sehen. Während der osmanischen Herrschaft wurde die Kirche im 16. Jh. in eine Moschee umgewandelt. Nach der Restaurierung diente sie seit 1964 als Museum und wurde in einem umstrittenen Gerichtsurteil 2012 wieder in eine Moschee umgewandelt.

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Bericht von den Pontusbergen und der Schwarzmeerküste

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Hier endete die Reise zu den Pontusbergen und an die Schwarzmeerküste. Glücklich und froh, ein bisschen müde, aber mit vielen neuen Einrücken im Gepäck startete man vom Flughafen Trabzon zurück nach Antalya.

Fazit: Der Nordosten der Türkei ist noch weitgehend unbekannt und bisher vom Massentourismus verschont geblieben. Die Landschaft ist zauberhaft und vielfältig. Es gibt profane und sakrale Zeugen verschiedener ethnischer, kultureller und religiöser Gemeinschaften zu entdecken. Zugleich begegnet man Kirchen und Klöstern orthodoxer Christen des Morgenlandes. Es hätte sicherlich noch mehr zu entdecken gegeben..... auf Wiedersehen wunderschöner grüner Nordosten der Türkei.

 

 

Die St. Nikolaus-Gemeinde Alanya und Antalya zu Gast bei der orthodoxen Gemeinde „Heilige Maria von Pisidien“ in Alanya am 25. Mai 2016




Es begann damit, dass Vater Konstantin, der Pfarrer der orthodoxen Gemeinde „Heilige Maria von Pisidien“ in Alanya, für unsere Gemeinde eine Ikone malen wollte. Frau Marina setzte uns darüber in Kenntnis und arrangierte ein Treffen mit Vater Konstantin am Freitag, dem 4. Februar, zur Vesper in der neuen orthodoxen Kirche. Ich informierte Herrn Rutter und Frau Greune, die die Einladung an alle Interessierten weitergaben. Der 4. Februar war ein kalter, regnerischer Tag. Aber die Atmosphäre in der Kirche ließ uns die Kälte und das schlechte Wetter schnell vergessen. Öllämpchen brannten vor der Ikonostase, liturgische Gesänge bewegten die Herzen, immer wieder erklang das „Gospodi Pomiluj“ – „Herr, erbarme dich“ – und mithin war es dunkel geworden, nur der Schein von Kerzen erhellte die Kirche. Die russischen Gläubigen, die an diesem Werktag gekommen waren, und wir von der Gemeinde St. Nikolaus, sangen das Vaterunser in unseren liturgischen Sprachen. Das war ausdrücklicher Wunsch von Vater Konstantin. Nach der Vesper gab es Tee und Gebäck im Gemeindesaal. Alles war bereits vorbereitet. Und dann kamen wir auf den Anlass unseres Treffens zu sprechen, die Ikone, die Vater Konstantin für unsere Gemeinde malen wollte. Das  Motiv sollten wir bestimmen. Da brauchte es keine lange Diskussion. Selbstverständlich sollte es eine Nikolaus-Ikone sein! Die wird nach Fertigstellung in der Kirche in Alanya ihren Platz erhalten.

Beim Abschied lud Vater Konstantin zu einem weiteren Treffen ein, zu dem unsere ganze Gemeinde kommen sollte. Sein Vorschlag, das Treffen nach dem orthodoxen Osterfest stattfinden zu lassen, dann sei das Wetter angenehmer, die Abende länger und außerdem gut zum Grillen geeignet, fand bei allen Beifall. Erfreut nahmen wir die Einladung an.



Unser Vorstand einigte sich mit Vater Konstantin auf den 25. Mai. Es war erstaunlich: Aus beiden Gemeindeteilen in Alanya und Antalya meldeten sich jeweils 27 Personen an, eine beachtliche Zahl! Viele brachten etwas selbst Zubereitetes für das gemeinsame Abendessen mit. Während der Vesper, zu der auch zahlreiche orthodoxe Christen gekommen waren, wurden ausgewählte Bibelstellen, die alle vom Hauptgebot der Gottes- und Nächstenliebe handelten, in mehreren Sprachen vorgelesen. In der Predigt sprach Vater Konstantin über das Geheimnis der Auferstehung Christi. Darin zeige sich Gottes Macht und Liebe. Christi Auferstehung sei für das Heil aller Menschen von entscheidender Bedeutung. Schon jetzt könnten wir als neue Menschen aus der Liebe Gottes leben, die ins ewige Leben führt. Nach der Predigt erklang zu den Fürbitten wieder das „Gospodi Pomiluj“, dann das in russischer und deutscher Sprache gesungene Vaterunser. Zum Schluss der Vesper segnete Vater Konstantin die versammelte Gemeinde und lud in den Gemeindesaal ein.

Dort begann das gemeinsame Mahl mit der Agape, dem Teilen von Brot und Wein. Dann gab es Gegrilltes mit allerlei köstlichen Beilagen. In seinem Begrüßungswort hob Vater Konstantin hervor, dass wir als Christen verschiedener Konfessionen zusammengehörten, weil wir alle an den einen Vater im Himmel und an den auferstandenen Herrn Jesus Christus glaubten. Er dankte für den reich gedeckten Tisch und die mitgebrachten Speisen. Genau dies kennzeichne den christlichen Glauben: Wenn es auch wenig sei, das der einzelne an Glauben und Gaben beitragen könne, am Ende stünden aber Reichtum und eine Fülle, die allen zugute komme. Als Geschenk überreichte Vater Konstantin eine Oklad-Ikone, also eine mit reliefiertem Silberbeschlag versehene Ikone, welche die Verkündigung des Engels an die Jungfrau Maria darstellt. Im Namen unserer Gemeinde hatte ich eine Osterkerze als Geschenk mitgebracht, die nun in der orthodoxen Kirche auf dem Altar steht.

Während der Osterzeit begrüßen sich die russisch orthodoxen Christen mit „Christos vokrese“ - „Christus ist auferstanden“ -, worauf „Voistynu vokrese“ - „Er ist wahrhaft auferstanden“ -  geantwortet wird, so auch bei unserem Beisammensein im Gemeindesaal. Diesen frohen Ostergruß griffen wir von der deutschen Gemeinde auf und sangen das wohl älteste deutsche Osterlied „Christ ist erstanden“, und dies mit kräftiger Stimme und einer Freude, die dem traditionellen orthodoxen Ostergruß in nichts nachstand.



Zum Schluss wurden Gegeneinladungen ausgesprochen. Unsere Gemeinde in Alanya lädt die orthodoxe Gemeinde zu Kaffee und Kuchen ein. Auch unsere Gemeinde in Antalya würde sich über einen Gegenbesuch sehr freuen. Wünschenswert wäre es, die orthodoxen Christen sowohl von Alanya als auch von Antalya zu einem gemeinsamen Treffen in unserer Kirche willkommen zu heißen.

Jedenfalls, so ließ Vater Konstantin mich wissen, wird für die Antalyaner schon in Kürze Gelegenheit sein, die neu gewonnenen orthodoxen Freunde wiederzusehen: Am 29. Juni, dem Fest der Apostel Petrus und Paulus, wird der Bischof von Pisidien in der orthodoxen Kirche Antalya die heilige Liturgie feiern, und Vater Konstantin wird mit seiner Gemeinde dabei sein.



Der 25. Mai war nicht nur ein schöner sonniger Tag. Wir durften großzügige Gastfreundschaft erleben. Wir waren beeindruckt von der neuen Kirche. Wir konnten einem orthodoxen Vespergottesdienst mit seinen meditativen Gesängen beiwohnen. Wir wurden gestärkt durch das Glaubenszeugnis unserer orthodoxen Schwestern und Brüder. Christus ist die Mitte. Das machte Vater Konstantin unmissverständlich deutlich, als er die Christusikone auf den Stuhl am Kopf der Festtafel stellte. Ja, die ökumenische Begegnung am 25. Mai in der neuen orthodoxen Kirche „Heilige Maria von Pisiden“ wird allen in Erinnerung bleiben, die daran teilgenommen haben.



Ludger Paskert

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