Mariae Himmelfahrt in Ephesus

Bei Ephesus befindet sich das Haus Mariens, türkisch 'Meryem ana evi'. Das Haus liegt etwa 11 km von Selcuk entfernt auf dem "Nachtigallenberg", türkisch "Bülbül Dağı". Dort wird die letzte Wohnstätte der Mutter Jesu verehrt. Zum Fest der Aufnahme Mariens in die Herrlichkeit des Himmels (Mariae Himmelfahrt) am 15. August kommen Jahr für Jahr viele Pilger zum Nachtigallenberg und bitten Maria um ihre Fürsprache. Auch viele Muslime, die Maria als Mutter des "Propheten Isa (Jesus) verehren, halten sich am 15. August im Haus Mariens auf, meditieren die Marianische Sure des Korans und bringen ihre Wünsche und Anliegen mit.

Am frühen Morgen des 15. August machten wir uns vom Hotel in Selcuk auf den Weg zum Nachtigallenberg. Bis zum Ziel ging es durch eine wunderschöne Landschaft, die zu Gebet und Meditation anregte, nur bergan.


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Zur Eucharistiefeier am Haus Mariens, welche Erzbischof Ruggero Franceschini mit den Priestern von Selcuk und aus der ganzen Türkei zelebrierte, brachten die Gläubigen Brot und Früchte zum Altar, welche am Ende der heiligen Messe gesegnet und an die Gläubigen verteilt wurden. Die Pilger waren aus der ganzen Welt angereist. Die Pilger aus Antalya wurden beim Gottesdienst eigens begrüßt. Auffallend viele Pilger kamen aus Deutschland, darunter syrische und aramäische Christen, die ihren Urlaub in der türkischen Heimat mit der Wallfahrt zum Haus Mariens verbanden. Es war ein froher Gottesdienst unter freiem Himmel, der Chor animierte die Gemeinde zum Mitsingen schöner und ansprechender Lieder in türkischer Sprache.

Nach dem Gottesdienst wurden die Pilger aus Antalya ins Pilgerzentrum zum Mittagessen mit gutem Wein und vielen italienischen Köstlichkeiten eingeladen. Ein schöner Abschluss eines beeindruckenden Festtages.


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Tags zuvor besichtigten wir Ephesus. Im Ruinenfeld von Ephesus befinden sich gut erhaltene Reste der Marienkirche, die auf eine römische Basilika aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. zurückging. In dieser Kirche fand 431 das Konzil von Ephesus statt, das den Titel Marias als "theotokos“, "Gottesgebärerin", bestätigte.Selbstverständlich gehörte ein Besuch dieser Kirche und der anderen Sehenswürdigkeiten von Ephesus zu unserem Pilgerprogramm. In den Ruinen der Marienkirche feierten wir das Gotteslob am Vorabend von Mariae Himmelfahrt.


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Im Baptisterium, dem Taufort in den Ruinen der Marienkirche in Ephesus, läßt sich der Weg nachvollziehen, den seinerzeit die erwachsenen Taufbewerber gingen, wenn sie aus dem Taufbrunnen stiegen. Sie wandten sich dem Osten zu, der aufgehenden Sonne, einem Symbol für den auferstandenen Christus, mit dem sie nun durch das Sakrament der Taufe verbunden waren.