Berichte 2015

Mariae Himmelfahrt in Ephesus

Bei Ephesus befindet sich das Haus Mariens, türkisch 'Meryem ana evi'. Das Haus liegt etwa 11 km von Selcuk entfernt auf dem "Nachtigallenberg", türkisch "Bülbül Dağı". Dort wird die letzte Wohnstätte der Mutter Jesu verehrt. Zum Fest der Aufnahme Mariens in die Herrlichkeit des Himmels (Mariae Himmelfahrt) am 15. August kommen Jahr für Jahr viele Pilger zum Nachtigallenberg und bitten Maria um ihre Fürsprache. Auch viele Muslime, die Maria als Mutter des "Propheten Isa (Jesus) verehren, halten sich am 15. August im Haus Mariens auf, meditieren die Marianische Sure des Korans und bringen ihre Wünsche und Anliegen mit.

Am frühen Morgen des 15. August machten wir uns vom Hotel in Selcuk auf den Weg zum Nachtigallenberg. Bis zum Ziel ging es durch eine wunderschöne Landschaft, die zu Gebet und Meditation anregte, nur bergan.


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Zur Eucharistiefeier am Haus Mariens, welche Erzbischof Ruggero Franceschini mit den Priestern von Selcuk und aus der ganzen Türkei zelebrierte, brachten die Gläubigen Brot und Früchte zum Altar, welche am Ende der heiligen Messe gesegnet und an die Gläubigen verteilt wurden. Die Pilger waren aus der ganzen Welt angereist. Die Pilger aus Antalya wurden beim Gottesdienst eigens begrüßt. Auffallend viele Pilger kamen aus Deutschland, darunter syrische und aramäische Christen, die ihren Urlaub in der türkischen Heimat mit der Wallfahrt zum Haus Mariens verbanden. Es war ein froher Gottesdienst unter freiem Himmel, der Chor animierte die Gemeinde zum Mitsingen schöner und ansprechender Lieder in türkischer Sprache.

Nach dem Gottesdienst wurden die Pilger aus Antalya ins Pilgerzentrum zum Mittagessen mit gutem Wein und vielen italienischen Köstlichkeiten eingeladen. Ein schöner Abschluss eines beeindruckenden Festtages.


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Tags zuvor besichtigten wir Ephesus. Im Ruinenfeld von Ephesus befinden sich gut erhaltene Reste der Marienkirche, die auf eine römische Basilika aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. zurückging. In dieser Kirche fand 431 das Konzil von Ephesus statt, das den Titel Marias als "theotokos“, "Gottesgebärerin", bestätigte.Selbstverständlich gehörte ein Besuch dieser Kirche und der anderen Sehenswürdigkeiten von Ephesus zu unserem Pilgerprogramm. In den Ruinen der Marienkirche feierten wir das Gotteslob am Vorabend von Mariae Himmelfahrt.


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Im Baptisterium, dem Taufort in den Ruinen der Marienkirche in Ephesus, läßt sich der Weg nachvollziehen, den seinerzeit die erwachsenen Taufbewerber gingen, wenn sie aus dem Taufbrunnen stiegen. Sie wandten sich dem Osten zu, der aufgehenden Sonne, einem Symbol für den auferstandenen Christus, mit dem sie nun durch das Sakrament der Taufe verbunden waren.


Iftar im Konyaalte Müftülügü am Mittwochabend, den 8. Juli 2015

Es war Vedat, der auf ein Iftar – abendliches Fastenbrechen im Ramazan – aufmerksam machte, zu welchem der Deutsch-Türkische Freundschaftsverein vom Antalya Müftülügü eingeladen war. Selbstverständlich bestand auch in unserer Gemeinde St. Nikolaus großes Interesse, an einem Iftar-Abend teilzunehmen. Die zentrale Müfti-Behörde, der unser Interesse an einer Teilnahme umgehend gemeldet wurde, lud daraufhin auch unsere Gemeinde herzlich zum Fastenbrechen am 8. Juli in Konyaalte ein. Etwa zwanzig Gäste aus unserer Gemeinde kamen.

Der Abend begann mit einer Koran-Rezitation. Ein junger Mann, Hafis (einer, der den Koran auswendig gelernt hat) und Haadsch (einer, der die Wallfahrt nach Mekka gemacht hat; er trägt bei Gebeten und bei anderen Anlässen als Erkennungszeichen eine weiße Kappe) trug die den Muslimen heiligen Worte in kunstvollem Gesang vor. Das Essen wurde aufgetragen. Jugendliche aus der Moschee-Gemeinde übernahmen diesen Dienst. Der Müfti von Antalya, Osman ARTAN,  hieß die Gäste und alle Anwesenden der Moschee-Gemeinde in einer kurzen Begrüßungsansprache herzlich willkommen. Antalya sei eine Stadt mit vielen Touristen und Dauerresidenten aus dem Ausland. Das gemeinsame Iftar gehöre zu den Gepflogenheiten des allen Muslimen heiligen Fastenmonats Ramazan, führe aber hier und an diesem Abend Menschen verschiedener Herkunft, Sprachen und Kulturen zusammen. Über die Anwesenheit der Gäste freue er sich, ihnen gelte die besondere Aufmerksamkeit der Gastgeber.

Überraschenderweise drückte er auch mir das Mikrofon in die Hand und forderte mich zu einem Wort an die Versammelten auf. Ich sagte im Namen der Gemeinde unseren herzlichen Dank an den Müfti von Antalya für seine Einladung und an den Müfti von Konyaalte für seine bei Türken und Muslimen so typische Gastfreundschaft.

Das Essen wurde mit einem ausführlichen Gebet beendet. Auf meine Bitte hin reichte mir der Müfti von Antalya noch einmal das Mikrofon. Ich sprach folgendes Gebet: „Allmächtiger und barmherziger Gott, wir danken dir für diese Zusammenkunft. Sie hält in uns die Sehnsucht nach Frieden und brüderlicher Gemeinschaft für alle Menschen wach. Unser gemeinsames Mahl möge fruchtbar werden für den Frieden unter den Völkern, Religionen und Kulturen.“

Ein beeindruckender Abend ging zu Ende, mit wertvollen Gesprächen und guten Begegnungen. Nochmals Danke, Vedat, für Ihren Tipp!

Einige Gemeindemitglieder von St. Nikolaus hatten die Idee einer Gegeneinladung. Die sollten wir nicht zu einem Gedanken verkommen lassen, sondern bei unserer Planung aufgreifen und in die Tat umsetzen.

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Abend der Begegnung

Interreligiöses Treffen am 9. Juni 2015 in Belek

Wir erinnern uns: Am Ostermontag besuchte uns der Müfti von Serik, Dr. Abdulkadir Karakus, beim Gottesdienst in der Kirche im Garten der Toleranz. Dieser unerwartete und Besuch war für unsere Gemeinde ein hoch erfreuliches Ereignis, sozusagen ein österliches Erlebnis. Nach dem Gottesdienst schlug der Müfti ein Treffen vor, etwa zu einem Frühstück. Nun dauerte es über ein Jahr, bis seine Idee verwirklicht wurde.

Sonay Yildirim, der Imam der Moschee im Garten der Toleranz, schickte uns eine Einladung des Müftis von Serik zu einem Treffen im Hotel Dionis in Belek. Das Programm sah als erstes die Eöffnungslesung des Koran, der heiligen Schrift des Islam, und eine Lesung aus der heiligen Schrift der Christen vor. Danach sollten Ansprachen des Müfti und des Pfarrers sowie des Gouverneurs von Serik folgen. Danach werde das Abendessen serviert.

Dieser Einladung folgten 24 Personen aus unserer Gemeinde.

Bei unserer – verspäteten – Ankunft staunten wir: Die Tische waren festlich gedeckt, einige muslimische Frauen saßen bereits an „ihrem Tisch“, es waren die Ehefrauen der anwesenden türkischen Gastgeber und Gäste. Der Gouverneur von Serik war anwesend, ebenso der Bürgermeister von Serik, die Chefs von Polizei und Gendarmerie und Angestellte des Müfti-Amtes sowie Imam Sonay und unser Gastgeber Müfti Dr. Karakus.

Die Eingangslesung des Koran wurde vorgesungen. Danach sang Pfarrer Paskert den Prolog aus dem Johannes-Evangelium vor. In seiner Begrüßungsansprache begrüßte Müfti Dr. Karakus die Anwesenden Gäste. Er wies auf den Garten der Toleranz hin, wo sich eine Synagoge, eine Kirche und eine Moschee in einem Park in unmittelbarer Nachbarschaft befinden. Dort werde der Besucher nicht gefragt, ob er Jude, Muslim oder Christ sei. Alle Menschen seien dort willkommen, nicht aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit, sondern aufgrund ihres Mensch-Seins.

Nach der Antwort von Pfarrer Paskert auf die Rede des Müfti folgte eine kurze Grußadresse des Gouverneurs an die Anwesenden. Zur Erinnerung an den Abend der Begegnung überreichte er Pfarrer Paskert eine Erinnerungsplakette.

Danach folgte das festliche Abendessen. Der Abend endete mit dem – nachgeholten – vierten muslimischen Tagesgebet in der nahegelegenen Moschee, wozu Müfti Dr. Karakus einlud.

Der Abend der Begegnung war eine Geste des Willkommens und der Freundschaft,  welche unserer Gemeinde St. Nikolaus entgegengebracht wurde. Alle waren angetan von den gesungenen Versen aus den heiligen Schriften beider Religionen. Die gesprochenen Worte und ausgetauschten Gesten hinterließen einen tiefen Eindruck, aber auch die erfahrene großzügige Gastfreundschaft seitens unserer türkischen Gastgeber. Wir sind dankbar.

***

Eröffnungssure des Koran

Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Barmherzigen.

Lob sei Gott, dem Herrn der Welten, dem Erbarmer, dem Barmherzigen, der Verfügungsgewalt besitzt über den Tag des Gerichtes! Dir dienen wir, und dich bitten wir um Hilfe. Führe uns den geraden Weg, den Weg derer, die Du begnadet hast, die nicht dem Zorn verfallen und nicht irregehen.


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Anfang des Evangeliums nach Johannes (1,1-18)


Im Anfang war das Wort, /

und das Wort war bei Gott, / und das Wort war Gott.

Im Anfang war es bei Gott.

Alles ist durch das Wort geworden /

und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.

In ihm war das Leben /

und das Leben war das Licht der Menschen.

Und das Licht leuchtet in der Finsternis /

und die Finsternis hat es nicht erfasst.

Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, /

kam in die Welt.

Er war in der Welt /

und die Welt ist durch ihn geworden, / aber die Welt erkannte ihn nicht.

Er kam in sein Eigentum, /

aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.

Allen aber, die ihn aufnahmen, /

gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, / allen, die an seinen Namen glauben,

die nicht aus dem Blut, /

nicht aus dem Willen des Fleisches, / nicht aus dem Willen des Mannes, / sondern aus Gott geboren sind.

Und das Wort ist Fleisch geworden /

und hat unter uns gewohnt / und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, / die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, / voll Gnade und Wahrheit.

Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, /

Gnade über Gnade.

Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus.

Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.

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Antwort von Pfarrer Paskert auf die Begrüßungsrede des Müfits von Serik am Abend der interreligiösen Begegnung im Hotel Dionis, Belek, am 09.06.2015


Sehr geehrter Müfti Dr. Abdulkadir Karakus, sehr geehrter Imam Sonay, sehr geehrte Vertreter der Politik, Herr Gouverneur, Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herrn, liebe Freunde.

Zunächst möchte ich meinen Dank aussprechen:

Für Ihren Besuch in der Kirche in Kadrye im Garten der Toleranz am Ostermontag vor einem Jahr, sehr geehrter Herr Dr. Karakus, und für Ihre damals lancierte Idee eines gemeinsamen Treffens.

Dann für Ihre freundliche Einladung an unsere Gemeinde St. Nikolaus, Antalya, zum heutigen Abend der Begegnung hier im Hotel Dionis in Belek.

Es ist für mich als Pfarrer der Gemeinde eine besonders große Freude, dass das heutige Treffen stattfinden kann, zumal ich persönlich, aber auch alle in unserer Gemeinde gern als Gäste in der Türkei leben.

Deshalb danken wir auch dafür, dass unsere christliche Gemeinde als Verein türkischen Rechts die Möglichkeit hat, mit einem Rechtsstatus die Aufgaben der Seelsorge (spiritüel refah) ohne Einschränkung wahrnehmen zu können. Dabei ist es – und hier spreche ich für mich – eine besondere Freude, als Christ in einem Land zu leben, das muslimisch geprägt ist. Wir begegnen hier vielen Menschen, die im muslimischen Glauben verwurzelt sind und darin ihre religiöse Beheimatung und menschliche Identität finden. Für die Muslime und eben für viele Menschen hier in der Türkei ist Gott die Wirklichkeit ihres Lebens. Und das ist für mich als Deutscher erstaunlich und faszinierend; denn in Deutschland spielt der Glaube an den einen Gott eine eher geringfügige Rolle.

Ihr Besuch vor einem Jahr war ein für alle Teilnehmer hoch erfreuliches Ereignis. Und es erfüllt uns mit Freude, sehr geehrter Herr Dr. Karakus, und sehr geehrter Herr Imam Sonay, heute abend als Ihre Gäste hier zu sein und Sie wiederzusehen.

Dieser Abend ist ein großes Geschenk. Er ist wichtig. Denn wir begegnen uns hier als Menschen, die zwei verschiedenen monotheistischen Religionen angehören. Dialog, Toleranz und Respekt sind so wichtig. Gemeinsame Überzeugungen und Anliegen können zur Sprache gebracht werden. Unterschiede werden nicht weggehobelt, sondern respektiert und toleriert.

Gemeinsam ist unseren beiden Religionen, dass der Glaube auf Gott verweist, dass die Gottverwiesenheit ein gemeinsames Merkmal aller Gläubigen ist. Alle stehen unter dem Wort Gottes in der Haltung derer, die zuhören und bereit sind, ihm zu folgen, seiner Liebe und Barmherzigkeit zu vertrauen und daraus das Leben zu gestalten.

Diese Haltung wird uns näherbringen und uns ermöglichen, in der einen Welt unsere Zusammengehörigkeit miteinander und mit allen Menschen zu erfahren.

Wir, Christen und Muslime, dürfen nicht gegeneinander sein. Wir sollen nicht wie Fremde nebeneinander leben. Wir müssen miteinander wirken, denn die Welt wartet auf unseren Beitrag. Wir sollen füreinander dasein, wie gute Nachbarn oder Mitglieder einer Familie. Wir können Freunde werden, im Namen Gottes, des All-Einen.


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Dr. Karakus ließ vom Gouverneur eine Erinnerungsplakette mit folgender Aufschrift überreichen:


Sayın, Ludger Paskert Pfarrer,

Barış, Sevgi ve Kardeşlik

Adına Düzenlediğimiz

Programa Teşrifleriniz

Anısına...

Dr. Abdulkadir Karakuş

Serik Müftüsü



Sehr geehrter Pfarrer Ludger Paskert,
in Erinnerung an Ihre Teilnahme


an dem im Sinne von Frieden, Liebe und Bruderschaft

von uns durchgeführten Treffen...

Dr. Abdulkadir Karakus
Müfti von Serik


Kirchenreinigungsdienst durch die Belediye

 

Es ist erstaunlich, zeigt aber auch, dass unsere Gemeinde einen festen Platz in Antalya hat: Die Stadtverwaltung schickt einmal monatlich ein Reinigungsteam in unsere Kirche. Das ist ein Dienst, der eben nicht nur in den 142 Moscheen der Stadt, sondern auch in unserer Kirche St. Nikolaus geleistet wird. Hier einige Fotos:

 

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Osterfest


St. Nikolaus Antalya feiert die Östernlichen Tage vom Leiden, Sterben und Auferstehen unseres Herrn Jesus Christus



Gründonnerstag



Am Gründonnerstag versammelte sich die Gemeinde zur hl. Messe, in Erinnerung an das Letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern am Abend vor seinem Leiden. Für das Agape-Mahl im Anschluss an den Gottesdienst hatten Gemeindemitglieder Speisen vorbereitet und zu einem Buffet zusammengestellt. Unter den zahlreichen Teilnehmern waren auch einige Gäste aus Deutschland, die in Side Urlaub machten. Nach dem Agape-Mahl war noch Gelegenheit zum persönlichen Gebet vor dem Tabernakel und zum Beichtgespräch.

Agapefeier nach dem Gottesdienst

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Anbetung vor dem Tabernakel

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Karfreitag



Am Karfreitag nachmittag feierten wir zur Todesstunde Jesu die Liturgie vom Leiden und Sterben unseres Herrn. Nach der Lesung der Passion nach Johannes war die Verehrung des Kreuzes ein besonders bewegender Moment. Dazu hörten wir die Arie „Erbarme dich“ aus der Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach. Zur Kreuzverehrung traten die Gottesdienstteilnehmer einzeln nach vorn, manche verharrten vor dem Kreuz in einem Augenblick der Stille, andere verneigten sich tief oder knieten nieder. 

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Osternacht



Es war – ehrlich gesagt – ein Versuch. Aber die vielen Anfragen im vergangenen Jahr, wann denn in St. Nikolaus die Osternacht stattfinde, ermutigten dazu, an diesem Osterfest die Osternacht zu feiern. Zwar waren es nicht wie bei den Russisch-Orthodoxen Hunderte Gläubige, die in der Kirche keinen Platz mehr fanden und vor der Kirchtüre stehen mußten. Immerhin war bei uns die Kirche in der Osternacht gut gefüllt.

Eine Osternacht beginnt mit dem Entzünden des Feuers und der Lichtfeier. Dazu hatte Deniz  einen Grill und Holz besorgt. Kleine Osterkerzen hatte uns Diakon Franz Gentil bei seinem Besuch vor einigen Wochen mitgebracht. Das Weihrauchfass stellte uns Vater Michael von der russisch-orthodoxen Kirche für die Osternacht zur Verfügung.

Wir versammelten uns im Kirchgarten. Hell erstrahlte das Feuer im Dunkel der Nacht, Zeichen für das Licht der Auferstehung, das Christus in das Dunkel des Todes gebracht hat. Die Gemeinde sang das Taizé-Lied „Im Dunkel unsrer Nacht entzünde das Feuer, das nie mehr erlischt!“ Am Feuer wurde die Osterkerze entzündet. „Lumen Christi – Deo Gratias“, „Licht Christi – Dank sei Gott“, sang die Gemeinde. Die Osterkerze wurde in die dunkle Kirche getragen, die Gläubigen zündeten ihre Kerzen an der Osterkerze an. Nach dem „Exultet“, dem feierlichen Osterlob, hörten wir die Lesungen von der Erschaffung der Welt und des Menschen und vom Auszug aus Ägypten. Die Lesung aus dem Römerbrief erinnerte uns daran, dass wir mit Christus gestorben sind und mit ihm auch für Gott als neue Menschen leben können. Das Evangelium erzählte von den Frauen, die frühmorgens das leere Grab Jesu vorfanden.

Nach der Weihe des Wassers und der Erneuerung des Taufversprechens war die Gemeinde zum Tisch des Herrn eingeladen und empfing die Gemeinschaft mit dem Auferstandenen im Heiligen Mahl.

Selbstverständlich klang die Osternacht wieder im Kirchgarten aus. Bei Wein und Saft, Brot und anderen mitgebrachten Köstlichkeiten blieben alle gern noch länger beisammen. Die Osternacht war für alle ein beeindruckendes Erlebnis.

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Ostersonntag



Am Ostersonntag versammelte sich eine große Gemeinde zum festlichen Osterhochamt, darunter viele Familien mit Kindern und Jugendlichen. Es waren – vielleicht sogar mehr als -  vierzehn Nationalitäten vertreten, darunter auch eine Gruppe von Studenten aus Mosambik. Nach dem Gottesdienst war Begegnung im Kirchgarten bei Kaffee, Tee und Gebäck. Die Kinder machten sich auf die Ostereiersuche.

Allen Helferinnen und Helfern, die für den Blumenschmuck in der Kirche, die Herrichtung des Gartens und die Bewirtung der recht großen Gottesdienstgemeinde gesorgt haben, ein herzliches „Vergelt's Gott!“ Erwähnenswert ist auch noch ein kleines österliches Wunder: Männer übernahmen den Spüldienst!

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Ostermontag


Es gehört zur guten Tradition, dass die Gemeinde St. Nikolaus, vertreten in Alanya und in Antalya, an den zweiten Feiertagen der kirchlichen Hochfeste (Weihnachten, Ostern, Pfingsten) in der Kirche im „Garten der Toleranz“ in Belek einen ökumenischen Gottesdienst feiert.

Am Ostermontag trafen wir uns in Aksu zum sogenannten Emmaus-Gang. Unterwegs hörten wir das Evangelium von den beiden Emmaus-Jüngern (Lukas 24,13-35). Anschließend war gemeinsames Mittagessen in einem schön gelegenen Restaurant. Von dort fuhren wir zum „Garten der Toleranz“ und feierten in der Kirche den österlichen Gottesdienst, beginnend mit einer Lichtfeier. Alle Teilnehmer zündeten ihre Lichter an der Osterkerze an, dem Symbol für den auferstanden Christus. Nach dem Gottesdienst das obligatorische Gruppenfoto. Alles in allem war es wieder ein schöner Gemeindetag mit vielen Begegnungen, Gesprächen und – nicht zuletzt – dem gemeinsam gefeierten Lob Gottes.

Schon am Morgen fand ein erster Gottesdienst um 10:30 Uhr in der Kirche im „Garten der Toleranz“ statt. Eingeladen waren besonders Touristen. Der Gottesdienst war sehr gut besucht.

Der Verwaltung und den übrigen Diensten vom „Garten der Toleranz“ sagen wir für alle Vor- und Nachbereitungsarbeiten unseren herzlichen Dank.

Gottesdienst um 10:30 Uhr

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Mittagessen

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 Gottesdienst

 

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